S. N. Trupp
Schreiben ist etwas, das aus der Seele kommt
Ich könnte jetzt mit dem Satz beginnen: „Sie liebt das Schreiben seit ihrer Kindheit“. Aber ich mag diesen Satz nicht. Warum nicht? Weil es der Standardsatz in fast jeder Autorenbiografie ist. Es wird sogar gesagt, dass es der Pflichtsatz in einer Verlagsbewerbung sei, und ich selber habe ihn schon häufiger in Interviews verwendet, weil es mir so vorgegeben wurde. Dabei steckt doch eher so viel mehr hinter den ersten Berührungen mit dem Schreiben und verdient eine eigene Geschichte. In meinem Fall war es so, dass ich meiner Mutter regelmäßig den Vorrat an Schulheften aus dem Schrank klaute und abends unter der Bettdecke heimlich mit der Taschenlampe “Romane“ schrieb. In der Schule war tatsächlich ‘Deutsch‘ mein Lieblingsfach. Wenn ein Aufsatz angekündigt wurde, war das für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich liebte das Aufsatzschreiben, was natürlich niemand nachvollziehen konnte. Als ich dann mit 14 beschloss, Schauspielerin oder Schriftstellerin zu werden, erklärte mir meine Mutter deutlich, dass ich mir den Unsinn aus dem Kopf schlagen und was Anständiges lernen solle. Wohlgemerkt, meine Mutter war Lehrerin.
So verliefen meine Wege anders. Ich erlernte vier verschiedene Berufe und arbeite auch heute noch seit 20 Jahren im medizinischen Bereich. Allerdings nicht mehr hauptberuflich. 2018 hat alles angefangen, als ich eher durch einen Zufall auf den Berliner Literaturverein “Mörderische Schwestern“ stieß und Mitglied wurde. Die lange unterdrückte Schreiblust kam zurück, doch ich merkte schnell, dass Talent alleine nicht ausreicht. Damals wusste ich noch nicht, dass ein Romantext aus Formeln und Regeln besteht, die man erst mal lernen sollte. Nach einer Wettbewerbsausschreibung für ein Mentoring bewarb ich mich mit meinen ersten Geh-Versuchen und bekam den Zuschlag. Danach folgte ein Jahr privater Schreibunterricht bei einer Literaturdoktorin aus Österreich. Das war eine schöne und wertvolle Zeit. Vor allem deshalb, weil ich so viel gelernt habe. Parallel dazu schrieb ich an meinem ersten Roman, und später als Co-Autorin gemeinsam mit meiner Tochter ein Sachbuch über Australien.
Warum Liv?
Natürlich habe ich auch Vorbilder. Die Vorlage für meine Romanreihe gab mir der schwedische Schriftsteller Stieg Larsson. Mir war von Anfang an klar, dass meine Protagonistin an die Figur ‘Lisbeth Salander‘ angelehnt sein musste, denn diese fand ich atemberaubend. Was Schauspieler betrifft, war ich früher ein großer Fan von Marlon Brando. Seit ich zum ersten Mal den “Paten“ gesehen hatte, faszinierten mich Geschichten über die Mafia.
Das Schreiben ist für mich zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden, den ich nicht mehr missen möchte. Ich plane schon jetzt die dritte Erscheinung für 2027.
